Anleitung zum GründenGründen

Anleitung zum Gründen – Schritt 1: Eine Geschäftsidee finden

In der neuen Artikelreihe „Anleitung zum Gründen“ erfahrt ihr Schritt-für-Schritt wie ihr ein Unternehmen gründet, was es alles zu beachten gibt und wie ihr Fehler am Start der Unternehmerkarriere vermeiden könnt.

weitere Artikel der Reihe:
Schritt 1 – Eine Geschäftsidee finden (aktuell)
Schritt 2 – Das Gründungsteam

Schritt 3 – Eine Geschäftsidee validieren
Schritt 4 – Das Geschäftsmodell

Eine gute Geschäftsidee zu finden ist in den meisten Fällen der erste Schritt in die Selbständigkeit. Aber was ist eigentlich eine gute Idee und wie finde ich sie?  Kann sich aus jeder guten Idee ein erfolgreiches Unternehmen entwickeln? Oder reicht eine gute Idee allein nicht aus?

Merkmale einer guten Geschäftsidee

 „Ich würde doch so gerne ein Unternehmen gründen, aber ich habe keine gute Geschäftsidee“. Egal ob von Kollegen, Freunden, Familienmitgliedern oder von einem selbst – so eine Aussage hat bestimmt jeder schon mal gehört oder getätigt. Viele Leute glauben nämlich, man muss das Rad neu erfinden oder eine einzigartige Innovation entdecken, um die Basis für ein erfolgreiches Unternehmen zu schaffen. Aber das ist Irrglaube!

Eine gute Geschäftsidee besteht im Wesentlichen nur aus drei essentiellen Komponenten:

  • Sie löst ein Problem
  • Es gibt einen Markt dafür
  • Sie ist langfristig wirtschaftlich verwertbar

Erfüllt eine Idee diese wesentlichen Merkmale, sind die Grundvoraussetzungen erfüllt und es lohnt sich auf jeden Fall die Idee zu vertiefen und weiterzuentwickeln (dazu auch gleich noch mehr).

Erfüllt eine Idee aber keinen oder nur einen dieser Punkte, ist sie vielleicht eine gute Idee, aber jedoch keine Geschäftsidee. Dazu ein paar Beispiele:

Wenn du eine Lösung hast, aber es keinen Markt für deine Lösung gibt (weil vielleicht nur du das Problem hast) – braucht deine Lösung niemand und du wirst sie nicht verkaufen können. Aber auch wenn du eine tolle Lösung für ein echtes Problem am Markt hast: wenn du nur Verluste erzielst, wirst du irgendwann in Konkurs gehen und deine Idee ist somit nicht wirtschaftlich.

Soviel zur Theorie. In der Praxis gibt es jedoch selten eine Idee, die noch nie wer anderer gehabt hat.Das heißt am Markt wird es Konkurrenz geben. (Achtung: sollte eine Markt keine Konkurrenz haben, dann ist das meistens ein Indiz dafür, dass eines oder mehrere der Merkmale nicht erfüllt sind). Man muss sich also im nächsten Schritt damit auseinandersetzen, wie man sich von der Konkurrenz unterscheidet.

USP – Das Alleinstellungsmerkmal

Eine Idee allein reicht in den meisten Fällen nicht aus. Man muss sich mit der Idee auseinandersetzen, sie entwickeln und sie stetig verbessern und etwas finden, das seine Idee klar von der Konkurrenz unterscheidet. Dieses Alleinstellungsmerkmal, dieser einzigartige Verkaufsvorteil wird USP (unique selling proposition) genannt und er kann durch verschiedene Herangehensweisen gefunden werden.

Ein USP könnte zum Beispiel sein, dass man das Problem besser, günstiger oder anders als die Konkurrenz löst und sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Oder man führt ein Produkt als erster in einen neuen Markt ein und hat dadurch einen Vorsprung, den sogenannten First-Mover-Advantage.

Egal welche Möglichkeiten man nutzt, jede gute Geschäftsidee braucht einen klaren USP, der einfach ausformuliert werden kann und den jeder versteht. Ohne USP hat man einfach keine Chance gegen die Konkurrenz.

Die Geschäftsidee finden

Eine gute Geschäftsidee sollte gewisse Merkmale erfüllen und braucht einen USP. Es stellt sich also die Frage, wie man eine gute Geschäftsidee finden kann. Dazu möchte ich euch ein paar Vorschläge liefern:

  • Aufmerksam sein

Wer mit offenen Augen & Ohren durch die Welt geht und Dinge aufmerksam beobachtet, der findet täglich hunderte Inspirationen für gute Ideen. Auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen, im Urlaub oder während einem Gespräch. Immer wieder kann man Probleme im Alltag finden und sich anhand dieser Probleme Lösungen überlegen.

  • Probleme und Ideen notieren

Hilfreich kann zum Beispiel auch sein, wenn man sich diese Probleme in der Situation schnell notiert, um zu einem späteren Zeitpunkt nochmals intensiver darüber nachzudenken. Ich selbst versuche, so viele Probleme und Ideen wie möglich in einem „Ideenbuch“ festzuhalten. Über die Zeit kommt so einiges zusammen und man kann die vielversprechendsten Ideen weiterverfolgen.

So kam es beispielsweise bei mir dazu, mein Startup Flaterio zu gründen. Ich habe das Problem der mühsamen Wohnungssuche selbst erlebt, mir in einem Ideenbuch notiert und sogar ein Brainstorming Wordfile dazu erstellt. Nach ein paar Monaten bin ich nochmal auf die Notiz gestoßen und habe die Idee dann weiterverfolgt. Neben der Idee für Flaterio, finden sich aktuell noch 16 weitere Geschäftsideen in meinem Notizbuch.

Eintrag Ideenbuch
Flaterio (damals: Flatbro) – Eintrag im Ideenbuch
  • Inspirationen von anderen Startups holen

Eine weitere Möglichkeit, spannende Geschäftsideen zu finden, sind bestehende Startups. So kann man sich zum Beispiel Inspirationen von amerikanischen oder asiatischen Produkten/Ideen holen und diese dann in Europa umsetzen oder einen anderen Anwendungsbereich für dasselbe Geschäftsmodell suchen.

  • Eigene Interessen

Man kann sich auch im Bereich der eigenen Interessen nach Geschäftsideen umsehen. Da man ohnehin Experte in diesen Themengebieten ist, sind einem die Probleme noch bewusster und man hat besonders großen Ansporn eine Lösung zu finden.

Das sind nur ein paar der Möglichkeiten, wie man eine gute Geschäftsidee finden kann und wer gezielt nach Business-Opportunities sucht, wird früher oder später auf jeden Fall welche entdecken.

Fazit

Eine gute Geschäftsidee zu finden, ist der erste, aber zugleich auch einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Gründung eines Unternehmens. Eine gute Idee allein reicht aber nur selten aus und muss zu einer Geschäftsidee mit einem klaren USP weiterentwickelt werden. Ich hoffe, ich konnte euch mit dem Artikel ein paar Denkanstöße geben und euch bei der Ideenfindung unterstützen!

Im nächsten Artikel der „Anleitung zum Gründen“ erfahrt ihr warum das Gründungsteam besonders wichtig ist, wie man passende Mitgründer findet und was man beachten sollte, wenn man alleine gründet.

weiter zu Schritt 2 – Das Gründungsteam

Stefan Zangerle
Er ist passionierter Serial-Entrepreneur & Digitalunternehmer. Als Managing Director & Founder von zanmedia hilft er Startups beim Skalieren. Er ist zudem CEO & Co-Founder des PropTechs Flaterio und Partner des Recruiting Startups REKUNO.

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